Eine hohe durchschnittliche Bildrate garantiert noch kein flüssiges Spielgefühl. Zwei PCs können beide 100 FPS melden, obwohl einer gleichmäßige Bewegungen liefert und der andere sichtbar ruckelt. Entscheidend sind die Renderzeiten einzelner Bilder und gelegentliche Einbrüche. Deshalb zeigt ein aussagekräftiger Benchmark neben dem Mittelwert immer auch die 1% Lows.
Was durchschnittliche FPS aussagen
Die durchschnittlichen FPS ergeben sich aus der Zahl gerenderter Bilder geteilt durch die Messdauer. Der Wert eignet sich für eine grobe Leistungseinschätzung: Er zeigt, ob eine Grafikkarte zu einer Auflösung passt und wie viel schneller eine Konfiguration gegenüber einer anderen ist.
Der Mittelwert glättet jedoch den gesamten Verlauf. Ein Spiel kann meistens nahe 120 FPS laufen, in einer anspruchsvollen Szene für mehrere Sekunden auf 35 FPS fallen und am Ende trotzdem gut aussehen. Den Einbruch bemerkt man beim Spielen sofort. Durchschnitts-FPS sind bei identischer Szene, Einstellung, Spielversion und Messdauer nützlich, beschreiben allein aber nicht die Konstanz.
Was ein 1% Low bedeutet
Für das 1% Low werden die Framezeiten sortiert und das langsamste Prozent untersucht. Anschließend wird diese Zeit wieder als FPS-Wert dargestellt. Vereinfacht beschreibt die Kennzahl die Leistung in spürbar langsameren Momenten, die häufig genug auftreten, ohne dass ein einzelner Ausreißer das Ergebnis bestimmt.
Je näher das 1% Low am Durchschnitt liegt, desto gleichmäßiger fühlt sich das Spiel normalerweise an. 110 FPS im Mittel und 85 FPS beim 1% Low wirken meist besser als 120 und 48 FPS. Der zweite PC hat zwar die größere Schlagzeile, doch der Abstand weist auf Ruckler hin. CPU-Limits, Arbeitsspeicher, Asset-Streaming, Shader-Kompilierung, Hintergrundprozesse und die Testszene beeinflussen den unteren Wert.
Das 0,1% Low betrachtet noch seltenere Bilder. Es kann schwere Pausen sichtbar machen, reagiert aber stärker auf einmalige Ereignisse wie eine Benachrichtigung oder das erste Betreten eines Gebiets. Es gehört deshalb zu einer Framezeit-Grafik und nicht in eine isolierte Rangliste.
So vergleichst du Ergebnisse fair
Vergleiche nur Messungen mit derselben Auflösung, Grafikstufe, Spielversion und Testsequenz. Prüfe, ob Raytracing, dynamische Auflösung sowie Upscaler wie DLSS, FSR oder XeSS aktiv sind. Ein solider Test dauert lang genug für repräsentatives Gameplay, wird wiederholt und nennt die komplette PC-Konfiguration einschließlich Prozessor und Speichermodus.
Zwei oder drei Bilder Unterschied liegen oft innerhalb normaler Schwankungen. Wichtiger sind ein wiederholbarer Vorsprung und das Verhältnis zwischen Mittelwert und 1% Low. Für kompetitive Spiele zählen außerdem Bildwiederholrate und Eingabelatenz; bei Einzelspieler-Titeln bringt ein stabiler FPS-Limiter häufig das ruhigste Ergebnis.
Welche Werte gut sind
Eine universelle Grenze gibt es nicht. Gleichmäßige 30 FPS können bei einem ruhigen Controller-Spiel genügen, wenn die Framezeiten stabil bleiben. Für die meisten Spiele sind konstante 60 FPS ein vernünftiges Ziel, schnelle Mehrspieler-Titel profitieren von 120 FPS oder mehr. Das 1% Low sollte dabei möglichst nahe am Ziel bleiben, statt hinter einem sehr hohen Durchschnitt zu verschwinden.
Die praktische Reihenfolge lautet: Zuerst die gewünschte Bildrate festlegen, dann 1% Low und Framezeit-Grafik prüfen und zuletzt den Durchschnitt betrachten. So beantwortet der Benchmark nicht nur, wie groß eine Zahl ist, sondern wie konstant sich das Spiel auf deinem PC anfühlen wird.